Was heißt eigentlich Logopädie?

Große und kleine Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- oder Schluckstörungen werden  in unserem Team kompetent und freundlich therapiert. Unser Team besteht aus staatlich anerkannten Logopädinnen und Logopäden. Bei uns steht der Mensch im Vordergrund. Wir nehmen uns noch Zeit für Sie!

  • Wie verläuft eine Therapie

Ihr Arzt hat für Sie oder Ihr Kind eine logopädische Therapie verordnet. Gleichzeitig legt er die Therapiedauer und Frequenz fest. In der Regel dauert eine Therapiesitzung 45 Minuten und findet 1-2x wöchentlich statt. 

Nach einer umfangreichen Diagnostik nach neustem Standard planen wir einen individuellen Therapieverlauf. Daher therapieren wir auch grundsätzlich in einer Einzeltherapie. Gruppentherapien finden nur in begründeten Einzelfällen statt. Während wir mit Ihrem Kind "spielen", üben und lernen, können Sie bei einer Tasse Kaffee oder Tee im Warteraum entspannen. In Königs Wusterhausen steht unseren Patienten eine Bibliothek und ein Spieleverleih zur Verfügung. Am Ende der Therapiestunde erfolgt ein Elterngespräch. In diesem Gespräch erläutern wir Ihnen die Therapiestunde und besprechen mit Ihnen die häuslichen Übungen. 

Ihr Arzt verordnet in der Regel 10-20 Therapiestunden. Sie bekommen von uns am Ende der Verordnung einen Bericht über erreichte Ziele. Diesen Bericht geben Sie bitte an ihren Arzt weiter. Ist eine weitere Therapie notwendig, wird er Ihnen eine neue Verordnung ausstellen. 

Die Kosten für eine logopädische Therapie werden vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Kinder sind grundsätzlich zuzahlungsfrei. Erwachsene Patienten, die nicht von der Zuzahlung befreit sind, müssen einen Eigenanteil von 10%, sowie eine Rezeptgebühr von 10 € tragen. Diese Zuzahlung haben die Krankenkassen festgelegt. Bei Patienten, die privat versichert sind, übernimmt in der Regel auch die private Krankenversicherung die Kosten. Ihre Zuzahlung hängt von Ihrem Versicherungsstatus ab. Wir beraten Sie gerne.

 

  • Was ist Logopädie?

Unsere tägliche Arbeit ist vielfältig. Wir therapieren sowohl Babys, Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene Patienten. Der DBL beschreibt unsere Arbeit wie folgt:

"LogopädInnen untersuchen und behandeln Menschen jeden Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die organisch oder funktionell verursacht werden. 
Dies können sein:

  • Säuglinge und Kleinkinder mit orofazialen Problemen, Ess- und Trinkschwierigkeiten, Morbus Down, LKGS, zentralmotorischen Körperbehinderungen oder angeborenen Hörstörungen.
  • Kleinkinder und Schulkinder mit Problemen des Spracherwerbs bzw. der Aussprache oder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Redeflussstörungen, z. B. Stottern.
  • Jugendliche und Erwachsene mit Schädel- oder Hirnverletzungen, z. B. nach Verkehrsunfällen.
  • Erwachsene mit internistischen und neurologischen Erkrankungen, wie z. B. Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose.
  • Berufstätige mit hoher stimmlicher Belastung wie ErzieherInnen, LehrerInnen, SchauspielerInnen und SängerInnen.
  • Erwachsene nach Kehlkopfoperationen."

Ich möchte Sie im Folgenden mit einigen Behandlungsschwerpunkten vertraut machen. 

 

Dyslalie

Unter Dyslalie versteht man Störungen der Artikulation bei der einzelne Laute oder Lautverbindungen fehlen, falsch gebildet oder durch andere ersetzt werden. So heißt "Tante Tarin" in Wirklichkeit " Tante Karin". Die Ursachen sind unterschiedlich. So kann Ihr Kind vielleicht einzelne Laute noch nicht bilden oder richtig verwenden. Es kann aber auch sein, dass Ihr Kind Gehörtes nicht richtig verarbeiten kann und es dadurch zu Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung kommt. 

 

SEV / Sprachentwicklungsverzögerung

Eine SEV ist das Ausbleiben (Alalie) oder ein verlangsamtes, spärliches oder fehlerhaftes Einsetzen der kindlichen Sprache. Das heißt, dass die Entwicklung der sprachlichen Leistungen (Sprachverständnis, Lautbildung, Satzbildung) von der Altersnorm abweicht. Eine verzögerte Sprachentwicklung ist kein einheitliches Störungsbild, sondern ein Symptomkomplex (Syndrom). Einige Symptome können sein:

Störungen des Lautsystems (Phonologie)

Das Kind hat Probleme, die bedeutungsunterscheidende Funktion der Laute zu erkennen (Tanne > Kanne), wobei der isolierte Laut korrekt gebildet werden kann. Es kommt zu einem inkonstanten und inkonsequenten Ersatz von Lauten, denen meist auditive Verarbeitungsprobleme zugrunde liegen.

Dysgrammatismus

Der Erwerb der grammatischen Regeln ist gestört. So "lauft" statt "läuft" ihr Kind noch.  Es können aber auch Probleme beim Konjugieren bzw. Deklinieren auftreten. Der Satzbau kann gestört sein (häufig wird das Verb an die falsche Stelle gesetzt; es kommt auch zu Umstellungen und Auslassungen von Satzelementen).

Wortschatzdefizit (Lexikon/Semantik)

Das Kind hat quantitative und/oder qualitative Probleme beim Erwerb des Wortschatzes. Es treten Wortabruf- und Wortspeicherungsstörungen auf, Probleme beim Erfassen der Wortbedeutung und/oder beim Kategorisieren von Wörtern (z.B. Fahrzeuge ? Auto). Oftmals wird die Bedeutung nur aus dem situativen Zusammenhang erfasst und das Wortschatzdefizit mit Hilfe von Mimik und Gestik kompensiert.

Entwicklungsdyslexie/-dysgraphie

Darunter versteht man eine Störung im Erwerb des Lesens und Schreibens. Hier entnehmen Sie bitte weitere Informationen dem Lernstudio.

 

zenrale Hörstörung

Zunehmend kommen immer mehr Kinder mit zentralauditiver Verarbeitungsstörung in unsere Praxen. Das heißt, diese Kinder können organisch gut hören, Gehörtes aber nicht richtig verarbeiten. Sie können  Laute, Silben oder Wörter nicht so aufnehmen und wiedergeben, wie es nötig ist. Die Kinder verwechseln z.B. ähnlich klingende Laute, sprechen schnell oder undeutlich. Es kann zu Sprachentwicklungsstörungen kommen. In der Schule kann es dann zum verzögerten Schriftspracherwerb oder zu Problemen im Leseunterricht kommen. Zusätzlich zur Förderung der einzelnen Wahrnehmungsteilleistungen, fördern wir die Kinder unter anderem mit dem Brain Boy und Lateraltrainer nach dem anerkannten Verfahren nach Warncke.

Ein weiteres Angebot ist ein individuelles frequenzspezifisches Hörtraining nach Johansen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.hoertraining-ias.de.

Stottern

Stottern ist eine zeitweise auftretende, willensunabhängige, situationsabhängige Redeflussstörung, oft nicht bekannter Ursache, die durch angespanntes, stummes Verharren in der Artikulationsstellung (tonisches Stottern), Wiederholungen (klonisches Stottern), Dehnungen sowie Vermeidungsreaktion (Satzumstellungen, Wortvertauschungen) gekennzeichnet ist. Man unterscheidet tonisches und klonisches Stottern.

Symptome:

Klonisches Stottern :  "-----ich -----möchte ein Eis"

- ist gekennzeichnet durch relativ lang andauernde Verkrampfungen- der Sprechmuskulatur
- führt zu oftmals stummen Pressversuchen, die dem Beginn oder  dem Weitersprechen eines Wortes vorausgehen
- die Verkrampfungen halten verhältnismäßig lange an und werden- nur mit großer Anstrengung aufgehoben
- gelegentlich kommen deutlich hörbare Glottisanschläge vor (ein "knatterndes" leises Geräusch, durch Aufeinanderschlagen der Stimmbänder verursacht)

Tonisches Stottern: "da-da-da-da-da ist Mama"

- ist charakterisiert durch kürzere, rasch aufeinanderfolgende Kontraktionen der Sprechmuskulatur. 
- Es kommt zu typischen "hämmernden" Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern, denen beim endgültigen Aussprechen- der Wörter Wortdehnungen folgen können.

Poltern

 

Im Gegensatz zum Stottern ist das Poltern durch ein überhastetes, sehr schnelles Sprechtempo gekennzeichnet. Es kann auch als Entwicklungsstörung der Wahrnehmung zeitlicher Abfolgen erklärt werden. Es ist eine sprachliche Gestaltungsschwäche, angeboren, oft vererbbar oder konstitutionell bedingt. In einem Alter von 3 Jahren ist das Poltern physiologisch, d.h., dass dies im Zuge der Sprachentwicklung auftreten kann (Entwicklungspoltern). Bei Kindern mit einer verzögerten Sprachentwicklung verschiebt sich diese Grenze um ca. 2 Jahre.

Symptome:

- ist durch eine Überstürzung der Rede, Verschlucken, Verstellen und Verstümmeln von Lauten, Silben- und Wörtern gekennzeichnet
- neben einer monoton klingenden Sprachmelodie sind häufig Rhythmusstörungen und Wortfindungsstörungen feststellbar
- stolpert vor allem über vielsilbige und längere Wörter sowie Fremdwörter mit Konsonantenhäufigkeiten
- zeigt kein Störungsbewusstsein

- es fallen Konzentrationsmängel, schwächer entwickelte Merkfähigkeit, auffällige Anpassung und mangelhafte Steuerungsfähigkeit auf

- Sprechverlauf ist auffällig, weil das Sprechtempo beschleunigt ist, zeitweise auch ziehend oder schleppend
- Wiederholung von Anfangssilben mehrsilbiger Wörter, die ohne Verspannung gesprochen werden oder Wiederholung von Wörtern
- Steckenbleiben im Satzbau
- Auslassungen

 

Stimmstörungen

Eine Stimmstörung liegt meist dann vor, wenn Kinder über einen längeren Zeitraum andauernd heiser oder gepresst sprechen. Viele Kinder berichten - genauso wie bei Stimmstörungen von Erwachsenen - über Kratzen, Brennen im Hals, Trockenheit in der Mundhöhle, Räusperzwang oder "Knödelgefühl" im Hals. Die Dysphonie ist eine Stimmstörung, bei der die Stimmleistung (z.B. Lautstärke), die Stimmstabilität (z.B. Stimmschwund), die Stimmqualität (z.B. rau, heiser, gepresst) sowie die Höhe der Sprechstimmlage beeinträchtigt sein können. Häufig kommt es zu Stimmstörungen bei einer Überbelastung oder Fehlbelastung der Stimme.

Rhinophonie/ Näseln

Rhinophonie bedeutet Näseln. Das Näseln beruht auf einer Veränderung des Sprechstimmklangs und der Artikulation. In der deutschen Sprache sind die einzigen nasalen Laute /m/, /n/ und /ng/. Bei dem Näseln sind nicht nur die Laute selbst, sondern auch die Lautübergänge verändert. Man unterscheidet 3 Formen der Rhinophonie. Die offene, geschlossene und gemischte Rhinophonie. Ursachen können Gaumensägellähmung (peripher - kein Würgereflex - od. zentral), Gewebedefekt im Gaumensegel (traumatisch, tumorös),  submuköse Gaumenspalte (oft im Rahmen eines Syndroms),  Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte - verkürztes Gaumensegel und weitere sein.

Aphasien

Unter Aphasie versteht man den Verlust oder die Beeinträchtigung der bereits ausgeprägten Sprache infolge einer Hirnschädigung, obwohl die Sprech- und Hörorgane intakt sind. Es handelt sich um Störungen der Sprachbildung, der Spracherinnerung und des Sprachverständnisses.

 

Dysarthrie/ Dysarthrophonie

Bei einer Sprechstörung (Dysarthrie) können Laute, Wörter und Sätze nicht mehr deutlich und verständlich ausgesprochen werden. Da infolge einer Dysarthrie meistens auch die Atmung und die Stimmbildung beeinträchtigt sind, spricht man von Dysarthrophonie. Die Stimme kann heiser, gepresst, schwach, verhaucht, nasal klingen. Die Ursachen können unter anderem eine Schädigung oder Erkrankung des Gehirns,  Erkrankung der zentralen Bahnen und Kerne der Nerven, die am Sprechvorgang wesentlich beteiligt sind, Geburtstraumata,  Entzündungen,  Tumoren,  Hirnverletzungen oder Durchblutungsstörungen sein.

Dysglossien

Als Dysglossien werden Störungen des Sprechvorganges bezeichnet, welche durch Schädigungen der am Sprechen beteiligten peripheren Strukturen entstehen. Ursachen sind  Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, erworbene Zahndefekte, Traumata, Tumorbehandlung des Hals-Kopfbereiches

Dysphagie

Der Begriff Dysphagie beschreibt Probleme beim Schluckvorgang, die auftreten können, wenn die Funktion einer oder mehrerer der für das Schlucken erforderlichen Komponenten gestört ist. Schluckstörungen können zeitweilig auftreten oder bis hin zu völliger Schluckunfähigkeit führen.

Sprechapraxie

Bei der Sprechapraxie ist die Fähigkeit der Sprechbewegungen räumlich und zeitlich zu planen, gestört. Die Sprechvorgänge sind beeinträchtigt, ohne dass eine Schwäche oder Störung der beteiligten Muskeln und Sprechorgane vorliegt. Eine Sprechapraxie kann isoliert vorkommen, tritt jedoch meist in Verbindung mit einer Aphasie auf. Ursachen sind Schlaganfall,  Hirnschädigung der sprachdominanten Hirnhälfte, Schädel-Hirn-Traumta.

Myofunktionelle Störungen

Bei einer myofunktionellen Störung ist ein gestörtes Gleichgewicht der orofazialen Muskulatur (Gesichtsmuskulatur) feststellbar, wodurch es zu einem falschen Schluckmuster (Zunge stößt gegen die Zähne oder presst sich zwischen die Zähne) und auch einer fehlerhaften Lautbildung kommen kann. Für den S-Laut beispielsweise müssen fein differenzierte Bewegungsmuster durchgeführt werden, damit er tatsächlich zischend klingt.

Häufige Ursachen:

- Flaschenernährung des Säuglings anstelle von richtigem und  ausreichend langem Stillen, dabei spielt die Form und Funktion desaverwendeten Saugers eine wichtige Rolle
- Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Nägelkauen
- behinderte Nasenatmung durch Allergien, vergrößerte/entzündeteaTonsillen (Mandeln) oder Adenoide (sog. "Polypen")
- Wachstumsanomalien des Gesichtsskeletts: Progenie (sog. "Nussknackerkinn"), skelettal offener Biss u. a.
- möglicherweise auch durch Vererbung u. a.
- falsche Kau-, Schluck- und Lutschgewohnheiten (z.B. Schnuller!)

Symptome:

- kein Mundschluss
- Zunge liegt schlaff zwischen den Zähnen
- beim Sprechen ist ein deutlicher Speichelfluss erkennbar
- beim Schlucken wird die Zunge stark gegen die Zähne gepresst

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite unseres Berufsverbandes www.dbl-ev.de

Es muss aber nicht erst zu einer Therapiebedürftigkeit kommen! Lassen Sie sich von uns beraten. Wir führen viele Seminare zur Prävention / Vorbeugung durch.